Zunftkleidung
Zunftkleidung ist weit mehr als bloße Arbeitskleidung; sie verkörpert als stolzes Symbol jahrhundertealte Handwerkstraditionen und stärkt durch ihr markantes Erscheinungsbild den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft.
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Zunftkleidung, auch bekannt als Kluft, ist die traditionelle Arbeitskleidung von Handwerksgesellen, insbesondere derer, die sich auf Wanderschaft (Walz) befinden. Sie ist weit mehr als nur Schutzkleidung; sie ist ein stolzes Symbol für die Zugehörigkeit zu einem Handwerk und folgt strengen Regeln.
Die Bestandteile der Kluft
Eine klassische Kluft besteht aus mehreren charakteristischen Elementen:
- Zunfthose: Meist mit dem typischen Doppelreißverschluss („Doppel-Zipp“) und weitem Schlag. Sie besteht oft aus robustem Trenkercord oder schwerem Deutschleder.
- Zunftweste und Sakko: Die Weste hat traditionell 8 Knöpfe (für 8 Arbeitsstunden), das Sakko 6 Knöpfe (für die 6-Tage-Woche)
- Staude: Ein weißes kragenloses Hemd
- Ehrbarkeit: Ein schmaler Schlips (meist schwarz), der die Ehrbarkeit des Handwerkers symbolisiert. Die Farbe kann je nach Schacht (Vereinigung) variieren
- Hut: Ein schwarzer Schlapphut, Zylinder oder eine Melone ist für reisende Gesellen obligatorisch.
- Stenz: Ein natürlich gewachsener, gewundener Wanderstock.
- Charlottenburger (Berliner): Ein großes Tuch (ca. 80x80 cm), in das das gesamte Hab und Gut eingewickelt wird.
Bedeutung der Farben
Die Farbe der Kluft signalisiert das jeweilige Gewerk:
- Schwarz: Holzverarbeitende Berufe (Zimmerleute, Tischler, Dachdecker)
- Beige/Grau/Stein: Steinverarbeitende Berufe (Maurer, Steinmetze)
- Blau: Metallverarbeitende Berufe (Schlosser, Schmiede)
Funktion und Tradition
Früher diente die Kluft als Erkennungsmerkmal und "Ausweis". Die goldenen Knöpfe hatten zudem einen praktischen Nutzen: Sie dienten als Notgroschen. In Krisenzeiten konnte ein Geselle einen Knopf verkaufen, um beispielsweise sein Begräbnis zu bezahlen.
