Hautreinigung
Berufliche Hautreinigung umfasst die gezielte Entfernung von Arbeitsstoffen und Verschmutzungen durch spezialisierte, auf die Belastung abgestimmte Reinigungsmittel. Sie dient als wesentlicher Teil des Arbeitsschutzes der Gesunderhaltung der Hautbarriere und der Vorbeugung von berufsbedingten Hauterkrankungen.
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Berufliche Hautreinigung umfasst spezielle Verfahren und Produkte, die darauf abzielen, hartnäckige Verschmutzungen am Arbeitsplatz effektiv zu entfernen, ohne die natürliche Schutzbarriere der Haut nachhaltig zu schädigen.
1. Zielsetzung und Prinzip
In industriellen und gewerblichen Bereichen reicht herkömmliche Seife oft nicht aus. Die berufliche Hautreinigung folgt dem Prinzip: „So schonend wie möglich, so intensiv wie nötig.“ Sie dient nicht nur der Hygiene, sondern ist ein wesentlicher Bestandteil der Prävention von Berufskrankheiten der Haut, wie etwa dem Kontaktekzem.
2. Differenzierung nach Verschmutzungsgrad
Die Wahl des Reinigungsmittels richtet sich streng nach der Art der Belastung:
- Leichte Verschmutzungen: (z. B. Staub, Büroarbeit) Einsatz von milden, alkalifreien Syndets (synthetische Detergenzien), die den pH-Wert der Haut (ca. 5,5) stabilisieren.
- Starke Verschmutzungen: (z. B. Öle, Fette, Graphit, Metallstaub) Verwendung von speziellen Handreinigungspasten. Diese enthalten oft Reibekörper, um den Schmutz mechanisch zu lösen. Moderne Produkte setzen hierbei auf biologisch abbaubare Reibekörper (z. B. Walnussschalenmehl oder Maiskolbenmehl) statt Mikroplastik.
- Extrem haftende Verschmutzungen: (z. B. Lacke, Harze, Klebstoffe, Bitumen) Hier kommen Reiniger mit speziellen Lösemitteln zum Einsatz. Diese sollten jedoch nur im absoluten Notfall genutzt werden, da sie die Haut stark entfetten.
3. Inhaltsstoffe und Qualität
Qualitativ hochwertige berufliche Hautreiniger zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- Rückfettende Substanzen: Um den Feuchtigkeitsverlust während des Waschens auszugleichen.
- Verzicht auf aggressive Lösemittel: Vermeidung von Terpentin oder Benzin zur Hautreinigung.
- Hautverträglichkeit: Dermatologisch getestete Formeln, idealerweise ohne Duft- und Konservierungsstoffe für Allergiker.
4. Der Reinigungsvorgang (Best Practice)
Für eine effektive und schonende Reinigung sollte folgendes Schema eingehalten werden:
- Verschmutzte Hände nicht vorfeuchten: Viele Intensivreiniger werden direkt auf die trockene Haut aufgetragen und verrieben.
- Schmutz lösen: Das Produkt gründlich einmassieren, bis sich der Schmutz löst.
- Wenig Wasser zugeben: Erst nach dem Lösen eine geringe Menge Wasser hinzufügen und weiteremulgieren.
- Gründlich abspülen: Den gelösten Schmutz mit fließendem, lauwarmem Wasser abwaschen.
- Sorgfältiges Abtrocknen: Feuchte Hautstellen (besonders in den Fingerzwischenräumen) neigen eher zu Reizungen und Keimbildung.
5. Einbettung in den betrieblichen Hautschutzplan
Die Hautreinigung ist nur ein Teil des dreistufigen Hautschutzplans:
- Schutz: Vor der Arbeit (Hautschutzcreme als Barriere).
- Reinigung: Während und nach der Arbeit.
- Pflege: Nach der Arbeit (Regenerationscreme zur Unterstützung der Hautbarriere).
Unternehmen sind in Deutschland verpflichtet, entsprechende Mittel über den Arbeitgeber bereitzustellen, wie in der TRGS 401 (Gefährdung durch Hautkontakt) näher erläutert wird.
