Chemikalienschutz

Chemikalienschutzhandschuhe sind eine unverzichtbare persönliche Schutzausrüstung, die die Haut gemäß der Norm EN 374 zuverlässig vor aggressiven Substanzen, Säuren und Lösungsmitteln schützt.

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Chemikalienschutzhandschuhe sind eine spezielle Form der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), die die Hände vor Schäden durch chemische Einwirkungen wie Verätzungen oder toxische Hautresorption schützt. 

1. Materialien und ihre Beständigkeit
Es gibt keinen universellen Handschuh; das Material muss passend zur verwendeten Chemikalie gewählt werden: 
  • Nitril: Ein Standard für viele Industriezweige. Es bietet guten Schutz gegen Säuren, Laugen, Fette und Öle.
  • Butylkautschuk: Gilt als eine der besten Lösungen für den Umgang mit hochaggressiven Stoffen wie Ketonen (z. B. Aceton), Säuren und Estern.
  • Neopren (Chloropren): Bietet eine breite Beständigkeit gegen viele Säuren, Laugen und Alkohole.
  • PVC (Vinyl): Geeignet für den Schutz gegen Säuren, Laugen und Alkohole, jedoch weniger beständig gegen viele Lösungsmittel.
  • Laminate/Mehrlagig: Werden bei extremen Anforderungen oder unbekannten Gemischen eingesetzt, um die Vorteile verschiedener Materialien zu kombinieren.


2. Die Norm EN ISO 374
Diese Norm ist entscheidend für die Bewertung der Schutzleistung. Sie klassifiziert Handschuhe in drei Typen basierend auf ihrer Durchbruchzeit bei definierten Prüfchemikalien: 
  • Typ A: Schutz gegen mindestens 6 Prüfchemikalien für jeweils mindestens 30 Minuten.
  • Typ B: Schutz gegen mindestens 3 Prüfchemikalien für jeweils mindestens 30 Minuten.
  • Typ C: Schutz gegen mindestens 1 Prüfchemikalie für mindestens 10 Minuten.


3. Wichtige Fachbegriffe
  • Permeation: Das Eindringen der Chemikalie auf molekularer Ebene durch das Handschuhmaterial.
  • Durchbruchzeit: Die Zeitspanne vom ersten Kontakt der Chemikalie auf der Außenseite bis zum Nachweis auf der Innenseite. Die Schutzindizes reichen von Klasse 1 (> 10 Min.) bis Klasse 6 (> 480 Min.).
  • Degradation: Die physikalische Veränderung des Materials (z. B. Aufquellen, Sprödewerden) durch den Kontakt mit der Chemikalie.


4. Anwendungshinweise
Handschuhe sollten nur so lange wie nötig getragen werden. Wichtig ist zudem die Prüfung der Wiederverwendbarkeit: Viele Chemikalien durchdringen das Material auch nach der Arbeit weiter, weshalb Einweghandschuhe nach Kontakt sofort entsorgt und Mehrweghandschuhe fachgerecht gereinigt werden müssen. Ein individueller Handschuhplan im Betrieb ist gesetzlich oft vorgeschrieben.