antistatisch

Antistatische Schutzhandschuhe verhindern durch die kontrollierte Ableitung elektrischer Ladungen gefährliche elektrostatische Entladungen (ESD), die empfindliche elektronische Bauteile dauerhaft schädigen könnten.

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Antistatische Schutzhandschuhe (oft auch als ESD-Handschuhe bezeichnet) sind spezialisierte Schutzausrüstungen, die elektrostatische Aufladungen kontrolliert ableiten, um sowohl empfindliche Bauteile als auch den Träger in explosionsgefährdeten Bereichen zu schützen. 

1. Kernfunktion und Wirkungsweise
Im Gegensatz zu isolierenden Handschuhen (die Strom blockieren) sind antistatische Handschuhe ableitfähig. Sie verhindern, dass sich durch Reibung statische Elektrizität aufbaut, die bei einer plötzlichen Entladung (ESD - Electrostatic Discharge) Funken bilden oder Mikrochips zerstören könnte. 

2. Wichtige Normen
  • DIN EN 16350: Die zentrale europäische Norm für elektrostatische Eigenschaften. Sie schreibt vor, dass der Durchgangswiderstand eines Handschuhs unter 100 Megaohm liegen muss.
  • EN 1149: Wird oft ergänzend für Schutzkleidung in ATEX-Zonen (explosionsgefährdete Bereiche) herangezogen, um Brandgefahren durch Funkenflug zu minimieren.

3. Materialien und Aufbau
Um die Leitfähigkeit zu gewährleisten, werden spezielle Materialien kombiniert: 
  • Trägermaterial: Meist synthetische Fasern wie Nylon oder Polyester, die mit Carbon- oder Metallfäden (z. B. Kupfer) durchwebt sind.
  • Beschichtung: Häufig werden dünne Schichten aus Polyurethan (PU) oder Nitril verwendet, die entweder an den Fingerkuppen oder auf der Innenhand aufgetragen werden, um Griffsicherheit ohne Verlust der Ableitfähigkeit zu bieten.

4. Typische Einsatzgebiete
  • Elektronikfertigung: Montage von Leiterplatten, CPUs und anderen ESD-sensiblen Komponenten.
  • Reinräume & Labore: Schutz vor Kontamination und statischer Anziehung von Staubpartikeln.
  • Lackierbetriebe & Chemie: Verhinderung von Zündfunken in Umgebungen mit brennbaren Gasen oder Lösungsmitteln.